Anna Flury Sorgo
Fachpsychologin für Psychotherapie FSP
Supervisorin
Systemisches Coaching
Der Begriff „Coaching“ wird heute inflationär verwendet. Er trifft jedoch genau das, was wir benennen möchten, und darum verwenden wir ihn weiterhin.
Wir verstehen unter „Systemisches Coaching“ zielgerichtete Unterstützungs- und Begleitprozesse für PraktikerInnen aus verschiedenen Berufsgruppen. Diese Prozesse zielen darauf ab, deren Arbeit auf drei wesentliche Elemente zu fokussieren: Auf den Einbezug des zwischenmenschlichen Kontextes, auf die Ressourcen der Betroffenen und darauf, Gespräche lösungsorientiert zu führen.
Systemisches Elterncoaching
Erziehung im 21. Jahrhundert bedeutet, Kinder zur Selbständigkeit hinzuführen.
Die meisten Familien bewältigen diese Aufgaben im Alltag alleine. Falls sie dabei Fragen haben, fällt es ihnen heute leichter als früher, die Hilfe einer professionellen Erziehungs-beratung in Anspruch zu nehmen. Anders ist es, wenn Erziehung unter erschwerten Umständen stattfinden muss. Eine beeinträchtigte Entwicklung des Kindes durch Behinderung, Verhaltensauffälligkeiten, schwere Erkrankung oder Traumatisierung, erschwerende Bedingungen auf Seiten der Eltern (chronische Erkrankungen, psychische Beeinträchtigungen, chronische Konflikte mit dem Umfeld), sowie familiäre Besonderheiten wie Migration, Trennung/ Scheidung der Eltern oder innerfamiliäre Gewalt stellen Eltern vor besondere erzieherische Herausforderungen.
Desgleichen auch die professionellen Helfer oder Helferinnen. Sie sind mit beschämten Eltern konfrontiert, die wenig Vertrauen in ihre Kompetenzen haben und verunsichert sind. Das erschwert den Aufbau von Vertrauen. Solche Beratungssituationen erfordern Finger-spitzengefühl und Selbstvertrauen.
An dieser Stelle setzt die Weiterbildung in systemischem Elterncoaching an. Grundlage ist die systemische Theorie und Beratungspraxis, welche bekannt gemacht und geübt wird. Zudem werden in den letzten Jahren entstandene Therapiemodelle vorgestellt, die die systemische Beratung konzeptuell bereichern und herausfordern. Der Kurs gibt erfahrenen Elternbegleiterinnen, Erziehungsberatern oder pädagogisch Tätigen die Möglichkeit, ihre Kompetenzen in der Elternarbeit in komplexen Situationen zu erweitern und das Verständnis für die Familiendynamik zu vertiefen.
Marte Meo
Marte Meo bedeutet sinngemäss „aus eigener Kraft“.
Maria Aarts hat in ihrer Arbeit mit Hunderten von Familien das Modell Marte-Meo entwickelt; ein innovatives, videounterstütztes Interventionsmodell für alle psychosozialen Felder, in denen es um die Unterstützung und Begleitung von Entwicklungs- und Lernprozessen geht.
Ursprünglich wurde die Marte Meo Methode für den Umgang mit "schwierigen" Kindern entwickelt, welche aufgrund von Autismus oder anderen Entwicklungsstörungen und Defiziten besondere Bedürfnisse haben. Damit nicht nur Fachleute, sondern auch die Angehörigen einen besseren Zugang zu ihren Kindern finden, entwickelte Maria Aarts diese neuartige Methode.
Die Lebensbereiche, in denen Marte Meo zur Anwendung kommt, sind heute sehr vielfältig geworden. Inzwischen wird Marte Meo weltweit auch für die Arbeit mit Paaren, in stationären Einrichtungen mit Jugendlichen sowie im Alters- und Pflegebereich praktiziert. Die Methode ist hervorragend geeignet im Umgang mit Menschen, die aufgrund von verschiedenen Einschränkungen nicht (mehr) wie gewohnt kommunizieren und kooperieren können oder die bestimmte Fähigkeiten (noch) nicht entwickelt haben.
Das Besondere und Einzigartige daran ist, dass die Ressourcen stets im Mittelpunkt der Interventionen stehen. Mit Hilfe von Videoaufnahmen werden diejenigen Interaktionen fokussiert, die bereits gelingen. Die Beteiligten werden darin unterstützt, ihre vorhandenen Ressourcen vermehrt zu nutzen, indem sie die gelingenden Verhaltensweisen wiederholen und ihr Repertoire erweitern. So werden Entwicklungs- und Lernprozesse initiiert und unterstützt.

