Melanie Schellenberg
Administration / Studienbetreuung
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Melanie Schellenberg
Administration / Studienbetreuung
2 Tage à 8 Einheiten à 45 Min
CHF 660
Kurzangebote
IEF
Schulhausstrasse 64
8002 Zürich
Teilnahmebestätigung
Präsenz
| Name | Leitung | Datum | Anmeldung |
|---|---|---|---|
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Wenn der Schmerz spricht: Systemisches Arbeiten mit nicht-suizidalem selbstverletzendem Verhalten bei Jugendlichen |
Emanuel Pavlic |
12.02–13.02.2027
2 Tage à 8 Einheiten à 45 Min
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31.01.2027
Anmelden
Plätze verfügbar |
Lehrgangsleitung
Emanuel Pavlic
Datum
12.02–13.02.2027
Dauer
2 Tage à 8 Einheiten à 45 Min
Anmeldeschluss
31.01.2027
Plätze verfügbar
Die Teilnehmenden lernen, nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten bei Jugendlichen fachlich einzuordnen und von suizidalen Handlungen, akuter Gefährdung und anderen Formen riskanten Verhaltens zu unterscheiden.
Sie entwickeln ein systemisches Fallverständnis, in dem NSSV nicht nur als individuelles Symptom, sondern auch als Ausdruck von Affektregulation, Beziehungserleben, Scham, Kontrolle, Autonomie, Zugehörigkeit und familiärer Resonanz verstanden wird.
Die Teilnehmenden können die zentralen Funktionen von NSSV erfassen, ohne das Verhalten zu bagatellisieren oder zu dramatisieren. Sie lernen, mit Jugendlichen, Eltern und Bezugssystemen so über Selbstverletzung zu sprechen, dass Sicherheit, Kooperation und therapeutische Arbeitsfähigkeit entstehen.
Sie gewinnen Sicherheit in der Einschätzung von Risiko, Suizidalität, Schutzfaktoren und notwendigen nächsten Schritten. Dabei wird die Balance zwischen therapeutischer Ruhe, klarer Verantwortungsübernahme und angemessener Schutzplanung besonders berücksichtigt. Die NICE-Leitlinie zu Self-harm betont ebenfalls eine sorgfältige psychosoziale Einschätzung, individuelle Sicherheitsplanung und eine nicht-stigmatisierende Haltung im Umgang mit Selbstverletzung.
Die Teilnehmenden erarbeiten konkrete systemische Interventionen für Einzelgespräche, Elternarbeit, Familiengespräche und Kooperationen mit Schule, Klinik, Jugendhilfe oder anderen Helfersystemen.
Sie reflektieren die eigene professionelle Resonanz auf NSSV, insbesondere Hilflosigkeit, Angst, Ärger, Rettungsimpulse, Kontrollbedürfnis und mögliche Eskalationsdynamiken im Helfersystem.
Grundlagen zu nicht-suizidalem selbstverletzendem Verhalten bei Jugendlichen: Begriffsklärung, Erscheinungsformen, Häufigkeit, Entwicklungsdynamik und klinische Bedeutung.
Abgrenzung und Überschneidung von NSSV, Suizidalität, Selbstgefährdung, dissoziativen Zuständen, Impulsivität, Traumafolgen, depressiver Symptomatik, Essstörungen, Borderline-Entwicklung und neurodivergenten Verarbeitungsweisen.
Funktionales Verstehen von NSSV: Spannungsreduktion, Affektregulation, Selbstbestrafung, Selbstvergewisserung, Unterbrechung von Leere oder Dissoziation, Ausdruck innerer Not, Kontrolle, Beziehungssignal, Vermeidung und Kommunikation. Aktuelle Übersichtsarbeiten beschreiben NSSV bei Jugendlichen als komplexes Verhalten mit enger Verbindung zu Emotionsregulation und erhöhtem Risiko für suizidale Entwicklungen, auch wenn NSSV definitionsgemäß nicht mit Tötungsabsicht erfolgt.
Systemisches Fallverstehen: Wer reagiert wie auf die Selbstverletzung? Welche Muster entstehen zwischen Jugendlichem, Eltern, Geschwistern, Schule, Klinik und Helfersystem? Welche Bedeutungen bekommt das Symptom im jeweiligen Beziehungssystem? Welche Lösungsversuche stabilisieren unbeabsichtigt das Problem?
Gesprächsführung mit Jugendlichen: Validierung ohne Zustimmung zum Verhalten, Externalisierung, Arbeit mit Ambivalenz, Schamreduktion, Ressourcenaktivierung, körperbezogene Stabilisierung, Entwicklung alternativer Regulationswege und Arbeit mit inneren Anteilen.
Eltern- und Familienarbeit: Psychoedukation ohne Schuldzuweisung, elterliche Beruhigung, klare Schutzkommunikation, Umgang mit Kontrolle, Vertrauen und Autonomie, Gesprächsregeln nach Selbstverletzung, familiäre Deeskalation und Wiederherstellung von Beziehung.
Systemische Interventionen: zirkuläre Fragen, Skulpturarbeit, Timeline, Genogramm mit Belastungs- und Bewältigungslinien, Externalisierung des „Drucks“ oder „inneren Alarms“, Reflecting Team, Ressourceninterviews, hypnosystemische Mikrointerventionen, PEP-nahe Selbstberuhigungselemente und konkrete Sicherheitspläne.
Risikoeinschätzung und Schutzplanung: Warnzeichen, Suizidalität, Zugang zu Mitteln, Frequenz und Eskalation von NSSV, komorbide Belastungen, familiäre Schutzfaktoren, Vereinbarungen für Krisen, Einbindung weiterer Hilfen und Dokumentation.
Kooperation mit Helfersystemen: Schule, Jugendhilfe, Klinik, ambulante Therapie, ärztliche Versorgung und Bezugspersonen. Fokus auf abgestimmtes Handeln statt paralleler, widersprüchlicher oder eskalierender Interventionen.
Das Seminar verbindet kurze fachliche Inputs mit praxisnaher systemischer Fallarbeit. Zentrale Konzepte werden nicht nur theoretisch vermittelt, sondern anhand konkreter Fallvignetten, Gesprächssequenzen und typischer Dilemmata aus der Arbeit mit Jugendlichen und Familien erarbeitet.
Eingesetzt werden kurze Impulsvorträge, Kleingruppenarbeit, Fallreflexionen, Demonstrationen systemischer Gesprächsführung, Übungen zu Risiko- und Funktionsanalyse, Rollenspiele für Eltern- und Jugendlichengespräche sowie kollegiale Reflexion im Plenum.
Die Teilnehmenden arbeiten mit eigenen oder bereitgestellten Fallbeispielen. Dabei wird besonders auf die Frage fokussiert, wie aus alarmierenden Symptomschilderungen ein handhabbares therapeutisches Vorgehen entstehen kann.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der professionellen Haltung: ruhig bleiben, klar bleiben, nicht bagatellisieren, nicht dramatisieren, nicht in Kontrolle oder Rettung kippen, sondern Sicherheit, Beziehung und Veränderungsfähigkeit gleichzeitig im Blick behalten.
Die didaktische Gestaltung ist erfahrungsorientiert, systemisch-reflexiv und praxisnah. Neben Wissensvermittlung steht die Entwicklung konkreter Handlungssicherheit im Vordergrund.
Fachpersonen aus Psychotherapie, Psychologie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Beratung, Schulpsychologie, Sozialarbeit, Jugendhilfe, stationärer und ambulanter Kinder- und Jugendhilfe, Schulsozialarbeit sowie angrenzenden psychosozialen Arbeitsfeldern.
Das Seminar richtet sich besonders an Fachpersonen, die mit Jugendlichen und Familien arbeiten und mehr Sicherheit im Umgang mit selbstverletzendem Verhalten, Krisenkommunikation, Elternarbeit und systemischer Fallsteuerung gewinnen möchten.
Grundkenntnisse in Beratung, Psychotherapie oder psychosozialer Arbeit mit Jugendlichen und Familien sind hilfreich.
Eine systemische Grundhaltung oder erste systemische Vorerfahrungen sind von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich.
Die Bereitschaft zur Reflexion eigener Fallbeispiele, professioneller Reaktionen und institutioneller Dynamiken wird vorausgesetzt.
Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie
Systemischer Therapeut/Familientherapeut (DGSF)
Lehrender für Systemische Therapie und Beratung (DGSF)
Ärztlicher Psychotherapeut
9.30 bis 17 Uhr
Der Vereinsmitglieder-Rabatt ist nur für Mitglieder und beträgt meist 10%.
| Position | Währung | Preis in Schweizer Franken |
|---|---|---|
| Gesamtkosten | CHF | 660.– |
| - Vereinsmitglieder-Rabatt | CHF | 66.– |
| Total (inkl. Kursunterlagen) | CHF | 660.– 594.– |
Brunner, R., Kaess, M., Parzer, P., Fischer, G., Carli, V., Hoven, C. W., Wasserman, C., Sarchiapone, M., Resch, F., Apter, A., Balazs, J., Barzilay, S., Bobes, J., Corcoran, P., Cosman, D., Haring, C., Iosue, M., Kahn, J.-P., Keeley, H., Postuvan, V., Saiz, P. A., Sisask, M., Tubiana, A., Varnik, A., Wasserman, D. (2014). Life-time prevalence and psychosocial correlates of adolescent direct self-injurious behavior: A comparative study of findings in 11 European countries. Journal of Child Psychology and Psychiatry.
Klonsky, E. D., Victor, S. E., Saffer, B. Y. (2014). Nonsuicidal self-injury: What we know, and what we need to know. Canadian Journal of Psychiatry.
Klonsky, E. D., Muehlenkamp, J. J. (2007). Self-injury: A research review for the practitioner. Journal of Clinical Psychology.
Kaess, M., Brunner, R., Resch, F. (2014). Nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten bei Jugendlichen. Deutsches Ärzteblatt International.
Plener, P. L., Brunner, R., Fegert, J. M., Groschwitz, R. C., In-Albon, T., Kaess, M., Kapusta, N. D., Resch, F., Becker, K. (2016). Die S2k-Leitlinie Nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten im Kindes- und Jugendalter.
NICE. (2022). Self-harm: assessment, management and preventing recurrence. NICE guideline NG225. Die Leitlinie umfasst Kinder, Jugendliche und Erwachsene und betont Assessment, Management und Prävention erneuter Selbstverletzung.
Cottrell, D. J., Wright-Hughes, A., Collinson, M., Boston, P., Eisler, I., Fortune, S., Graham, E., Green, J., House, A. O., Kerfoot, M., Owens, D., Saloniki, E.-C., Simic, M., Tubeuf, S., Farrin, A. J. (2018). Effectiveness of systemic family therapy versus treatment as usual for young people after self-harm: a pragmatic, phase 3, multicentre, randomised controlled trial. The Lancet Psychiatry. Die SHIFT-Studie ist für die systemische Perspektive wichtig, auch weil sie differenziert zeigt, dass Familienarbeit klinisch sinnvoll sein kann, aber nicht automatisch jeder Standardbehandlung überlegen ist.
Cottrell, D. J. et al. (2020). Longer-term effectiveness of systemic family therapy compared with treatment as usual for young people after self-harm. EClinicalMedicine.
Asen, E., Scholz, M. (2010). Multi-Family Therapy: Concepts and Techniques. Routledge.
Omer, H. (2015). Wachsame Sorge. Wie Eltern ihren Kindern ein guter Anker sind. Vandenhoeck & Ruprecht.
Retzlaff, R. (2016). Spiel-Räume. Lehrbuch der systemischen Therapie mit Kindern und Jugendlichen. Klett-Cotta.
Schlippe, A. von, Schweitzer, J. (2016). Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung I. Das Grundlagenwissen. Vandenhoeck & Ruprecht.
Bis zu 6 Wochen vor Kursbeginn werden Fr. 50.- in Rechnung gestellt. Bei späterer Abmeldung ist der gesamte Betrag geschuldet.
Inspiration aus der Relational Life Therapy
Systemische Begleitung von genderdysphorischen Kindern/Jugendlichen und ihren Familien
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und dranbleiben?
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Wie Kinder in gefährdenden Situationen wahrgenommen und unterstützt werden können