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Raymund Solèr
lic. iur., Coach, Mediator SDM
Bereichsleiter Mediation und Konfliktkultur

Zitiat von Joseph Duss-von Werdt

«Konfliktparteien zu helfen, sich weg von Positionen zu eigenen Bedürfnissen und Interessen hin zu bewegen, den Kuchen sich vermehrender Konfliktlösungen aufzuzeigen und emotionale oder geschäftliche Beziehungen aufrechtzuerhalten, ist das Ziel gelungener Mediation. Voraussetzung dazu ist, dass die Konfliktpartner willens und fähig sind, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und Gewinne und Verluste zu teilen.»

«Jedes Ding hat drei Seiten: eine, die du siehst, eine, die ich sehe und eine, die wir beide (noch) nicht sehen.»

Mediation

Mediation basiert auf denselben Prämissen wie andere systemische Arbeitsfelder. Am IEF werden die Querverbindungen und Ähnlichkeiten entsprechend der Ausrichtung des Instituts besonders beachtet.

Ziel der Mediation ist es, den an einem Konflikt Beteiligten zu ermöglichen, kooperativ zu verhandeln und eigenverantwortlich Lösungen zu entwickeln. Dadurch entsteht eine zukunftsgerichtete Lösung mit Gewinn für alle Beteiligten.

Das Mediationsverfahren geht von der Autonomie, Kompetenz und Entscheidungsfähigkeit jedes einzelnen Beteiligten aus. Durch das Verständnis der unterschiedlichen Sichtweisen fördert der/die MediatorIn die Dialog- und Kooperationsfähigkeit der Beteiligten, so dass diese befähigt werden, eine interessengerechte, faire Vereinbarung zu entwickeln.

Etabliert ist Mediation schon länger in folgenden Bereichen: 

Familienmediation: In Trennungs- und Scheidungssituationen, bei Konflikten zwischen den Generationen, in Familienkonflikten, in Konflikten betreffend die elterliche Sorge und das Besuchsrecht, sowie in nicht ehelichen Lebens- und Wohngemeinschaften.

Schulmediation: In Schulen wird das Mediationsverfahren zur Regelung von Konflikten zwischen SchülerInnen angewendet.

Innerbetriebliche Mediation: Mediation innerhalb einer Unternehmung bei Teamkonflikten, Konflikten aus Mobbing, Projekten etc.

In den letzten Jahren begann sich die Mediation in weiteren Anwendungsgebieten zu verbreiten: Bei Erbstreitigkeiten, Nachbarschaftskonflikten, in Unternehmen, Verwaltung und Politik - wobei sich zunehmend eine mediative Grundhaltung bei Führungspersönlichkeiten und die Anwendung einzelner Elemente des Mediationsverfahrens durchsetzt.

Die auf Januar 2011 in Kraft getretene schweizerische Zivilprozessordnung sieht vor, dass Mediation vor Einleitung eines Gerichtsverfahrens anstelle des Schlichtungsverfahrens treten kann, und dass das Gericht in allen Verfahren und in jedem Verfahrensstadium den Parteien eine Mediation empfehlen kann. Zudem können Behörden und Gerichte die Eltern in kindesrechtlichen Konflikten verpflichten, auch gegen ihren Willen an einer Mediation teilzunehmen (angeordnete Mediation). Die Mediation ist damit Teil des schweizerischen Rechtsalltags geworden und wird in Zukunft noch weitere Verbreitung finden.