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Der systemische Ansatz

Was zeichnet unseren Ansatz aus? Welche Überlegungen und Haltungen stecken dahinter? Woher kommt diese Sicht auf die Welt? Was macht das systemische Denken und Handeln so wirkmächtig?

Gerne zeigen wir Ihnen hier, was das IEF ausmacht.

6 Teilnehmende, die gespannt nach vorn schauen

Unser systemisches Verständnis

Der «systemische Ansatz» ist eine bestimmte Art, die Wirklichkeit zu sehen, und daraus beraterische oder therapeutische Herangehensweisen abzuleiten. Wir verstehen den Menschen in den Wechselwirkungen mit seinem sozialen Umfeld. «Probleme» sehen wir als Chance zur Weiterentwicklung.

Systemisches Arbeiten nimmt nicht das Individuum als defizitär in den Blick, sondern geht davon aus, dass Menschen stets versuchen, sich so an ihre Umwelt anzupassen, dass diese in ein Gleichgewicht kommt, selbst wenn dies oft ein Leiden zum Preis hat.

Unser Menschenbild basiert auf humanistischen Werten sowie Konzepten der Selbstorganisation und Selbstverantwortung. In Beratung, Therapie, Mediation, Coaching, Fort- und Weiterbildung verbinden uns:

  • eine respektvolle und wertschätzende Grundhaltung für Personen, Kontexte und «Symptome»,
  • die Würdigung von Leidenserfahrungen,
  • das Denken in komplexen Zusammenhängen und Wechselwirkungen,
  • die Gewissheit, dass jede Beobachtung abhängig von ihrem Beobachter ist,
  • die Lösungsorientierung und Ressourcenaktivierung,
  • eine Perspektiven- und Optionenvielfalt,
  • die Vernetzung von Lehre und Praxis.
«Nicht immer, wenn eine Schraube locker ist, liegt es an der Mutter.»
«Wer nicht alles im Griff hat, hat dafür die Hände frei.»
«Früher war ich unentschlossen. Heute bin ich mir da nicht mehr so sicher.»
«Wer nur Diagnosen hat, für den sieht alles nach Krankheit aus!»

Im Problem liegt die Lösung.

Systemisches Denken ist ein Paradigma, das bereits in vielen Disziplinen Anwendung findet und sich weiter ausbreitet. Es beschäftigt sich mit der Vielzahl von Wechselwirkungen in komplexen Systemen.

Systemisches Denken basiert auf Annahmen aus der Systemtheorie und dem Konstruktivismus. Die Systemtheorie ist primär eine soziologische Gesellschaftstheorie. Deutungs- und auch Emotionsmuster werden als soziale, milieuspezifische kulturelle Konstrukte interpretiert. Der Konstruktivismus ist eine personale, individualistische Erkenntnistheorie. Vor allem die Neurowissenschaften betonen die individuelle Einmaligkeit und Unverwechselbarkeit des Wahrnehmens, Denkens und Fühlens.

Systemisches Denken basiert also zum einen auf systemtheoretischen Überlegungen, die Interaktionsprozesse von Systemen in den Mittelpunkt der Betrachtung stellen. Zum anderen auf der konstruktivistischen Annahme, dass Wirklichkeiten immer auch persönliche Interpretationen sind. Beobachtende sind Teil dessen, was sie beobachten. Unterschieden wird zwischen Beobachtung erster Ordnung (Beobachten der Welt) und Beobachtung zweiter Ordnung (sich oder andere beim Beobachten beobachten). Beobachtung zweiter Ordnung berücksichtigt, dass jede Beobachtung abhängig von der beobachtenden Person ist. Beobachtende verwenden ihre subjektiven Wirklichkeitskonstruktionen als eine Art «innere Landkarte», an der sie sich orientieren. Beobachtung zweiter Ordnung kann die blinden Flecken der beobachteten Beobachtung sichtbar machen, ist aber selbst wieder begrenzt im Erkennen der eigenen blinden Flecken. Wir sehen nicht, dass wir nicht sehen, was wir nicht sehen.

Beobachtungen lassen sich beschreiben, bewerten und erklären. Beschreibungen, Bewertun- gen und Erklärungen von Systemen sind Merkmale der beobachtenden Person und nicht des Systems selbst. Sie werden als eine mögliche Wirklichkeitskonstruktion in die Kommunikation eingebracht. Dies hat Auswirkungen auf das Verständnis der therapeutischen Rolle.

Die Grundlage für eine gelingende (interprofessionelle) Kommunikation und Kooperation ist der Austausch über Wirklichkeitskonstruktionen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die systemische Konstruktion von Wirklichkeit zirkulär, interdependent, relational, prozesshaft und vorläufig geschieht. Systemisches Denken ist vernetztes Denken. Es erfolgt autopoietisch und selbstreferentiell, aber auch kontextabhängig und situativ. Es ist ebenso biografisch geprägt wie milieuabhängig.

Die Zutaten für eine erfolgreiche Weiterbildung

Expertinnen 20190626_ief-2_1493 Skizzieren der Wechselbeziehungen Treppenhaus IEF Zürich

Lehrmethode & Didaktik

Austausch auf Augenhöhe

Austausch auf Augenhöhe

Unser Lehr- und Lernverständnis beruft sich auf die Systemtheorie und den Konstruktivismus. Wissen definieren wir als Wirklichkeitskonstruktion eines Beobachters. Lernen und Erkenntnis verlaufen dabei zirkulär und wirken wechselseitig aufeinander. Lernprozesse können demzufolge nicht linear geplant und gesteuert werden. Lernen verstehen wir als eine komplexe, selbstorganisierte Tätigkeit.

Austausch auf Augenhöhe 2

Vielfältige Didaktik

Die Ausbildenden berücksichtigen eine Vielfalt von Lernarten und sorgen dafür, dass ein adäquater Wechsel zwischen Theorie, Training und Reflexion stattfinden kann.

Austausch auf Augenhöhe 3

Individuelle Ausrichtung

Wir nutzen die unterschiedlichen beruflichen Hintergründe der teilnehmenden Fachleute als Lernfeld und unterstützen ihre individuellen Fähigkeiten und Lernprozesse.

Spannende Diskussion in Gruppen

Handlungsorientierter Unterricht

Die Dozierenden gestalten einen handlungsorientierten Unterricht. Sie gehen auf die bevorzugten Lernweisen der Teilnehmenden ein und beziehen sie in die Unterrichtsgestaltung ein.

Sitzende Person, die über ihre Karte spricht, die sie in der Hand hält

Teilnehmerorientierte Lernumgebungen

Die Dozierenden sorgen für ein gelingendes Selbstlernen der Teilnehmenden. Sie schaffen eine Lernatmosphäre, welche geprägt ist von gegenseitiger Akzeptanz, Empathie und Offenheit.

Konzepte werden skizziert und erklärt

Selbstreflexion der Teilnehmenden

Wir unterstützen selbstgesteuertes und selbstorganisiertes Lernen. Lernende sollen auch die Möglichkeit haben, ihre individuellen Lernergebnisse selbst zu überprüfen.

eduQua

Unser Institut

Bundesamt für Gesundheit (BAG)

Unsere Weiterbildung «Systemische Psychotherapie» ist beim Bundesamt für Gesundheit ordentlich akkreditiert und führt zum Titel «eidgenössisch anerkannte Psychotherapeut:in»

Schweizerische Vereinigung für Systemische Therapie und Beratung

Fédération Suisse Médiation (FSM)

Carl-Auer Verlag

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